Mittwoch, 23.09.2020
Nach einem letzten Bad im Pool fahren wir los, zurück zur Playa. Unterwegs kommt uns ein einziges Auto entgegen und sonst sehen wir niemanden. Doch Halt, eine Herde wilde Mustangs steht neben dem Weg und beäugt uns neugierig. Autos scheinen sie zu kennen, sie laufen nur ganz gemächlich weiter, behalten uns aber immer im Auge. Zudem winden sich im Abstand von wenigen Minuten zwei Klapperschlangen über die Strasse. Hermi kann beiden ausweichen und wird zum Dank angeklappert. Nach 1 ½ Stunden sind wir zurück auf der Playa und brausen zügig Richtung Süden. Der Wind von gestern begleitet uns auch heute. Er bläst dichte Staubwolken über Teile des Salzsees. Wir müssen genau schauen wo wir uns für die Nacht hinstellen wollen, damit wir nicht direkt in den Wolken stehen. Den Nachmittag über arbeite ich an der Reiseplanung und Hermi versucht unser Navi zu reparieren. Gegen Abend lässt der Wind nach. Ein Fernsehabend wird angesagt, nachdem ich ein paar administrative Arbeiten erledigt habe.

Dienstag, 22.09.2020
Diese Ruhe und Einsamkeit sind wunderbar. Wir frühstücken und gehen baden. Da es nicht eilt werden wir den Tag hier verbringen und uns ein wenig ausruhen. Süsses nichtstun, den ganzen Tag sehen wir nicht eine Menschenseele oder ein Auto. Das Wetter ist herrlich aber es geht ein starker Wind. Wir gehen nachmittags und abends nochmal baden und verbringen dann eine weitere Nacht in diesem Paradies.

Montag, 21.09.2020
Eine absolut ruhige und angenehme Nacht, wir wachen erst um kurz vor 8.00h auf. Ausgeruht und erholt frühstücken wir. Nach einer Weile bekommen wir Besuch von einem Hasen auf einem Fahrrad, grins. Ein paar junge Leute die normalerweise das Burning Man Festival besuchen, haben einige hundert Meter weiter ihr Lager aufgeschlagen. Gestern Abend klang noch lange Musik über die Ebene. Der junge Mann hat wohl schön gefeiert und wünscht uns freundlich einen guten Morgen. Shell ist ganz angetan von ihm und er setzt sich in seinem Hasenkostüm, komplett mit Schlappohren, zu ihr auf den Boden. Wir plaudern ein Weilchen gemütlich bevor er wieder von dannen radelt. Nun machen wir uns bereit zur Abfahrt. Leider ist die Luft immer noch etwas durch den Rauch getrübt aber es ist längst nicht mehr so schlimm wie letzte Woche. Heute soll es zu den Soldier Meadows Hot Springs gehen, die uns Jelsa und Tobi empfohlen haben. Zuerst geniessen wir nochmal die Fahrt auf der flachen Playa bevor wir auf einem engeren Pfad durch die Buschlandschaft zur Soldier Meadow Road rumpeln. Die Strasse selber ist eine recht gute Gravelroad mit phasenweise waschbrett Oberfläche. Nach 1 ½ Stunden und ca. 40km biegen wir auf einen Track ab, der uns zu einem Campground an den Quellen führt. Es gibt 5 Flächen mit Feuerstellen und eine Freiluft-Toilette dicht bei dem Bach den die Springs bilden. Immer wieder wurde der Bach gestaut und mit grossen Steinen Pools gebaut. Wir machen es uns auf dem Platz Nr. 2 gemütlich und erkunden erstmal die Gegend. Es ist hier absolut einsam. Der Platz liegt zwischen den Bergen mit einer herrlichen 360° Rundsicht mitten in der Halbwüste, nur Büsche verteilen sich in der Umgebung. Unten bei einer kleinen Hütte steht noch ein Van, das Paar mit zwei Hunden kommt nach einer Weile zum Baden und erkundigt sich nach dem Strassenzustand. Sie sind über eine schwierige Strecke über die Berge gekommen und wollen nun weiter nach Gerlach. Nach einer Pause, ziehen wir die Klamotten aus und gehen baden. Shell ist die Sache nicht ganz geheuer. Sie will nicht in das ca. 35°C warme Wasser. Bellend steht sie draussen aber lässt sich nicht dazu bewegen, zu uns zu kommen. Da ich die letzten Tage nicht geschrieben habe, muss ich nun das Tagebuch nachführen bevor wir ein Fondue Chinoise kochen. Eine Zeit lang beobachten wir ein Fahrzeug, das sich einen Nachtplatz sucht. Zum Schluss stellt der sich bei der Hütte hin und kommt nur kurz zum Baden vorbei. Nachdem es dunkel geworden ist nehmen wir ein paar Kerzen und setzen uns nochmal in unseren Pool und machen auf romantisch.

Sonntag, 20.09.2020
Heute verabschieden wir uns von den liebgewordenen Freunden. Zuerst bekommen wir aber noch ein Frühstück vorgesetzt, mit allem drum und dran. Nach einem kurzen Abschied, wir kommen auf dem Rückweg nochmal hier vorbei, fahren wir auf dem Highway durch Reno und dann Richtung Osten auf der Interstate 80 bis nach Wadsworth. Nun führt die Strasse nach Norden, im Osten des Lake Pyramide vorbei in die Wüste. Von Wadsworth bis Gerlach sind es 120km. Unterwegs sehen wir Kühe, wilde Mustangs und Esel. Der Ort selber ist total verschlafen, fast kein Mensch ist zu sehen. Nachdem wir bei einem, wieder mal geschlossenen, Visitorscenter einen Halt gemacht haben, geht es weiter Richtung Playa. Das ist ein, zu dieser Jahreszeit knochentrockener Salzsee. Kurz rumpeln wir einen Zufahrtsweg entlang dann erwartet uns meilenweites weisses Nichts. Eindrücklich! Es macht Spass über diese glatte Oberfläche zu brausen. Nach einiger Zeit erreichen wir Black Rock City, hier findet jährlich Ende August das Burning Man Festival statt. Im Reiseführer steht, es kostet einen hohen dreistelligen Betrag an Eintritt. Es zieht jährlich bis zu 70‘000 Besucher an. Dieses Jahr konnte es leider nicht stattfinden und man kann auf der riesigen Fläche, die sogar im Maps-Me mit Strassennamen eingezeichnet ist, nur weissen Grund sehen. Ein paar wenige „Hippies“ haben sich aber trotzdem eingefunden und haben ihre skurilen Gestalten aufgestellt. Bei der Weiterfahrt sehen wir in einiger Entfernung rasend schnelle Fahrzeuge, die mit sicher 200Sachen dahin brausen. Zeitweise machen es sich hier auch Hobby-Raketenbauer gemütlich und lassen ihre Vehikel in den Himmel starten. Wir fahren weiter, immer geradeaus mit Ziel Black Rock Hot Springs. Einen Kilometer vor dem Ziel müssen wir in die Dünen abbiegen. Ein Track führt im Sand bis zu der Quelle. Der Weg wird immer unebener und 30m vor dem ebenen Platz vor dem Gewässer drehen wir um. Wir machen aber ein Foto von dem türkisfarbenen, klaren Pool bevor wir auf der Playa im Nichts unser Lager für Heute aufschlagen. Nachts stehen wir noch eine Weile draussen und bewundern die Ruhe und den Nachthimmel mit einer goldenen Mondsichel (vom Rauch der die Luft wieder etwas trübt).

Samstag, 19.09.2020
Kurz duschen, neben uns wird der Van geladen und um 8.30h düsen wir zu siebt los. Erstmal stärken wir uns aber in einem Restaurant. Es gibt ein amerikanisches Frühstück das keine Klischees auslässt, ausser den Bohnen. Anschliessend werden Mann, Frau, Kind und Hunde angeschnallt und los geht es gegen Norden. Wir umfahren Reno auf dem Parkway, unterwegs sehen wir Wildpferde. Wir wollen über den Pyramide Lake ins Black Rock Desert bei Gerlach fahren. Nach gut 70km werden wir an einem Checkpoint gestoppt. Die Strasse ist wegen Covid gesperrt. Kein Durchkommen, obwohl wir ja nur 20km queren wollen um auf den HW 447 nach Gerlach wechseln zu können. Wir müssen zurück! Mittlerweile ist es schon kurz vor 12.00h. Mit grossem Bedauern entschliessen wir uns alle den Ausflug abzubrechen. Wir hätten nun noch mindestens 250km vor uns. Unsere Freunde müssen sich natürlich auch ein wenig nach ihrer kleinen Tochter richten. Etwas entäuscht fahren wir zurück zu ihrem Haus. Hier entspannen wir erstmal auf der Terasse bevor wir alle gemeinsam in ihr Auto steigen und einen Ausflug zum Tahoe Meadow machen, einer schönen Sumpflandschaft am Mont Rose Highway mit vielen Spazierwegen. Bei der Rückkehr entdecken wir die erste Filmcrew hier in Amerika, die sich für einen Dreh in den Meadows bereit macht. Anschliessend werden wir noch zum Lake Tahoe gefahren, von dem heute viel mehr zu sehen ist. Zurück im Haus kochen wir Risotto und bekommen feine Bratwürste vom Grill serviert.

Freitag, 18.09.2020
Es regnet und windet, juhui! Die Luft wird gereinigt und man kann endlich wieder befreit aufatmen. Morgens putzen wir den Kühlschrank und dürfen die Schubladen und Tablare in der Spülmaschine waschen. Jetzt ist alles wieder sauber, super. Gegen Mittag fahren wir in die Stadt. Ich kann seit der Schweiz zum ersten Mal wieder zum Coiffeur. Meine Haare werden kinnlang gestutzt und sehen jetzt endlich wieder gepflegt aus, obwohl es Hermi nicht gefällt. Zudem habe ich seit gestern meine neue Brille und auch Hermi hat ein neues Handy bekommen. Die Sachen durften wir netter Weise an die Adresse unserer Freunde senden. Nachmittags hat Shell einen Termin beim Tierarzt. Sie hat irgendwelche Geräusche auf dem Herz. Da sie bis jetzt aber fit und munter wirkt und gestern ja 14 Jahre alt wurde, entschliessen wir uns vorerst keine Massnahmen zu ergreifen. Nach einer weiteren Einkaufstour fahren wir zurück und freuen uns auf einen gemütlichen Abend. Wir kochen Älplermakronen um uns für die Gastfreundschaft zu bedanken.

Donnerstag, 17.09.2020
Wir haben noch ein Paar Dinge zu erledigen bevor wir heute unsere deutschen Freunde in Reno besuchen. Vorher fahren wir aber noch nach Virginia City das in den Bergen östlich von Reno liegt. Es ist eine alte Minenstadt. Bis auf die Autos auf der Strasse und den geparkten Fahrzeugen entlang der Mainstreet sieht es hier noch aus wie vor 100 Jahren. Viele Gebäude verfallen leider langsam oder Läden stehen leer aber die Ladenzeilen beidseits der Strasse sind noch überdacht und man läuft auf Holzblanken die früher davor geschützt haben, im Dreck laufen zu müssen. Wir spazieren auf und ab und sehen uns die Andenkenläden, Restaurants und Bars an. Hier laufen auch wilde Pferde frei herum. An einem Pflaumenbaum tun sie sich gütlich und lassen einen recht nahe an sich heran. Nach der Mittagszeit fahren wir nach Reno, leider ist es noch immer trüb vom Rauch und man kann die Stadt in der Ebene nicht sehen. Wir kaufen ein und fahren gegen Abend aus dem Tal den Berg hoch in ein schönes Wohnquartier das im Wald liegt. Wir werden schon erwartet und herzlich begrüsst. Zum Abendessen geniessen wir ein tolles Steak vom Grill mit deutschem Kartoffelsalat, fein! Gegen 22.00h verabschieden wir uns und gehen im Wohni schlafen.

Mittwoch, 16.09.2020
Wir trödeln, dann wollen wir Duschen gehen, müssen aber unerledigter Dinge wieder abziehen, der Sanitär ist da und hat das Wasser abgestellt, so ein Mist. Nun haben wir soviel bezahlt und können nicht mal ausgiebig duschen. Kurz nach 11.00h düsen wir los und fahren die nächste Laundry an, es ist Waschtag. Nach 2 Stunden ist alles wieder sauber und an seinem Platz. Wir fahren weiter zum Lake Tahoe. Leider ist die Sicht so schlecht, dass man fast gar nichts erkennen kann. Zudem sind hier nicht nur die Campingplätze der State Parks zu sondern auch die Parkplätze oder diese kosten gleich 10$. Wir fahren weiter bis Carson und buchen auf einem Casino RV Resort ein. Die wollen auch wieder wissen wie alt unser Fahrzeug ist, was das blos soll? Na ja, wir bekommen einen Platz und machen es uns draussen gemütlich bis es uns zu kalt wird.